über mich

Ich habe gelernt „warum“ zu fragen. Und warum?

Ich hinterlasse Spuren – so wie jeder Mensch in seinem Leben. Mal bin ich schon fast manisch bemüht, diese Spuren unsichtbar werden zu lassen, mal wende ich immense Kraft auf, um dort Ein-Druck zu hinterlassen, wo mir das wichtig scheint. Und sehe kaum, wo ich da hintrete. In jedem Fall verändere ich etwas, ich bin sichtbar in der Welt. Lange hat mir das Angst gemacht.

Ich kann mich gut erinnern, dass ich als Kind eine schon fast heilige Scheu hatte, im Winter den frisch und dick verschneiten Rasen vor dem Haus zu betreten, die Schönheit der unberührten Fläche fand ich schon damals einzigartig. Das ist auch heute noch so.

Ich möchte nicht alles verändern, was ich berühre, manche Dinge sind in ihrer Unberührtheit heilig. Und dennoch berühre ich, in meinem Beruf greife ich tief in verhärtete Muskeln und fasse schmerzhafte Gelenke fest, im Wald ändert jeder Schritt von mir das Leben unzähliger Wesen, ein fast magischer Vorgang der Veränderung findet statt, wenn ich in der Dunkelkammer fasziniert in die Entwicklerschale schaue und beobachte, wie auf einem leeren Blatt ein Bild entsteht, wenn ich am Spinnrad oder am Webstuhl sitze, wird unter meinen Fingern aus unscheinbaren Fasern etwas, das zu vielem werden kann.

Wie die Eulen der Sagenwelt sitze ich dabei zwischen den Welten, schaue gleichzeitig das eine als auch das andere, und was ich sehe und was mich bewegt, hat Platz gefunden in der Käuzchenkuhle.

Allem gemein ist, dass ich versuche zu begreifen, was da ist, bevor ich es ändere.
Es gibt noch viel mehr Unbegreifliches, das mich berührt und mich ändert.
Und es gibt Dinge, die sind ewig.
Darum frage ich …“warum“.

Ich wünsche Euch den Segen derer, die Euch begleiten. Schön, dass Ihr hier seid.

Dörte Krell

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.