Archiv für das Tag 'Gedanken'

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gehört

“Der Bundespräsident repräsentierte die Bürger des Landes nie besser als mit seinem Rücktritt.”

anonym, gefunden am Tag 1 nach Köhlers Rücktritt im Netz.

Geschrieben von Dörte Krell am 1. Juni 2010 | Abgelegt unter hier und jetzt | Keine Kommentare

In der Stunde x…

…befallen einen schonmal komische Gedanken. Vor allem, wenn man lapidar in den Nachrichten darüber informiert wurde, dass die Sommerzeit ursprünglich mal eine Einrichtung zum Energiesparen war.
Was mich angeht, empfinde ich das allerhöchstens noch als Sparen der Energie von anderen. Irgendjemandem muss schließlich mein chronisch fehlender Nachtschlaf im Sommer nützen… bitte melden. Ich hätte da gerne etwas davon zurück.

Daher mein Vorschlag, um das wieder ein wenig auszugleichen:
die Uhren werden jede Nacht eine Stunde zurückgestellt.
Und – um noch mehr Energie zu sparen – werden die Uhren jeden Tag wieder eine Stunde vorgestellt, idealerweise eine Stunde vor Feierabend.

Das wäre doch was…

Geschrieben von Dörte Krell am 25. Oktober 2009 | Abgelegt unter gestern und morgen | Keine Kommentare

gehört

Religion ist nicht Opium für die Massen, Religion ist ein Placebo für die Massen.

(Dr. House)

Geschrieben von Dörte Krell am 13. Oktober 2009 | Abgelegt unter gestern und morgen | 1 Kommentar

Antrag zur Geschäftsordnung

Anders als mit einem Würfelspiel ist eins der üblichen Ergebnisse nach einer der üblichen Wahlen nicht zu erklären. In den seltensten Fällen hat das Ergebnis etwas mit dem Wählerwillen zu tun, die Listenreihenfolge der Parteien schonmal gar nicht und von den lobbygemachten Gesetzesentwürfen hinterher ganz zu schweigen.

Ich stelle mir gerade vor: das Konstrukt der Koalition gehört der Vergangenheit an. Mehrheiten im Parlament finden sich anhand der Inhalte und wechseln. Die Ministerien werden nach Proporz besetzt, der Bundeskanzler/ die Bundeskanzlerin werden direkt gewählt. Der Fraktionszwang ist aufgehoben.

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Geschrieben von Dörte Krell am 25. September 2009 | Abgelegt unter gestern und morgen | 1 Kommentar

Zuständigkeiten

…anno 1767 im Spätsommer, mitten in der Erntezeit, weit nach Sonnenuntergang, in einem kleinen mittelhessischen Dorf, dessen eng geschachtelte Gehöfte zwischen Bachtal und Hügel geklemmt sind: durch das Dorf schallt die Feuerglocke.

Jeder Bauer, Nagelschmied und Besenmacher lässt liegen, was er gerade noch in der Hand hatte, greift sich Eimer, Schaufel, rutscht in die Pantinen und hastet im Laufschritt die Dorfstrasse zum Sammelpunkt. Ein Feuer ist Sache aller, zu schnell lecken hungrige Flammen auch am eigenen Hof. Man hat am brennenden Hof mitgebaut, vielleicht den Brunnen ausgeschachtet, vielleicht ist es auch der Hof des Vetters, der brennt – egal – es geht jeden an, und es ist dringend.

Romantisches Verklären einer Gebrüder-Grimm-Szene? Mitnichten. Genau das habe ich heute erlebt.
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Geschrieben von Dörte Krell am 2. September 2009 | Abgelegt unter gestern und morgen, hier und jetzt | Keine Kommentare

Goldmarie

Das Netz längst gewoben
sprang ich
dem längst gesponn´nen Faden nach
hinab
in die Schwärze.

Fand mich jung
mit glühenden Apfelwangen
fand mich Frau
mit duftendem Leib
fand mich alt.

Und wie ein Knall
zerbarst endlich schwarzer Zorn
an der Liebe
und schwebte sanftweiß herab
wie Flaum aus Sternenlicht.

Im Gold stehe ich
im Tor stehe ich
und finde
den Faden, längst gesponnen
und längst gewoben das Netz.

Geschrieben von Dörte Krell am 26. August 2009 | Abgelegt unter oben und unten | 2 Kommentare

Zwischenwelten

Hier bei mir, gleich hinter dem Haus, beginnt auch ein Zuhause einiger Wesen, die wohl bislang schon einigen Wanderern seltsame Waldaufenthalte beschert haben dürften. Ich liebe dieses Stückchen Wildwald, er ist seit Jahrzehnten unbewirtschaftet, weil schwer zugänglich, Hügelgräber, Klüfte und Reste eines alten Ringwalles, uralte Weißdornbäume, armdicke Lianen aus Waldrebe und Geißblatt, so alte Kiefern, daß bereits der Stammumfang Ehrfurcht einflößt und dazwischen immer wieder ein Knacksen, Rascheln, seltsame Lichter, das Plätschern eines winzigen Wasserlaufs…

In meiner Kinderzeit hatte ich einen Sauerkirschbaum, mit dem ich ellenlange Gespräche geführt hatte. Der alte Apfelbaum im Vorgarten hat mir auch ganz selbstverständlich erlaubt, auf ihm herumzuklettern, weshalb meine Oma mir das verboten hatte, konnte ich mir damals nicht erklären. Hatte sie dem Baum denn nicht zugehört? bei den beiden Fliedersträuchern rechts und links des Eingangs war ich mir sicher, daß sie fiese Trolle beherbergen, ich mochte die beiden nie besonders.

Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann das aufgehört hat.
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Geschrieben von Dörte Krell am 26. August 2009 | Abgelegt unter drinnen und draussen | Keine Kommentare